Energiewirtschaft Serbien ist nach den massiven Zerstörungen von 1999 wieder Exporteur von Strom, die Srpska exportiert jährlich etwa 1,5 Terrawattstunden in andere südosteuropäische Länder, Montenegro hat eine ausreichende heimische Stromversorgung. Die drei Länder sind jetzt dabei, ihre Energiewirtschaft auf eine neue Stufe zu stellen (so wird z.B. zwischen Montenegro und Italien ein Unterseehochspannungskabel verlegt, um Strom nach Italien zu exportieren. Ein Abkommen über den Export grüner Energie aus Serbien nach Italien wurde Anfang 2010 geschlossen). Innerhalb eines Jahrzehnts ist eine Vervielfachung der Stromerzeugung, und damit erheblicher Export, möglich. Energiequellen Wasserkraft: macht derzeit etwa 40% der Stromversorgung aus. Die deutsche RWE will etwa 5 Milliarden Euro in drei neue Grosswasserkraftwerke investieren. Die kanadische RESERVOIR CAPITAL CORP. bereitet den Bau dreier mittelgroßer Wasserkraftwerke in Serbien vor. Viele Gemeinden sind dabei Miniwasserkraftwerke zu errichten - allein die südserbische Gemeinde Pirot wird in den nächsten Jahren an 21 Standorten Miniwasserkraftwerke errichten. Es gibt etwa 1.000 mögliche Standorte für Miniwasserkraftwerke in Serbien. Gas: Die Stromgewinnung aus Gas war bisher nicht üblich. Die geplante GAZPROM-Pipeline South Stream verändert die Situation: In Novi Sad ist das erste Gaskraftwerk in Planung (derzeit wird Serbien über eine Pipeline aus Ungarn mit russischem Gas versorgt). Kohle: In den serbischen Ländern gibt es genügend Kohle um noch über Jahrzehnte daraus Strom zu gewinnen. Die Erweiterung zweier bestehender Kohlekraftwerke und der Bau eines weiteren Kohlekraftwerks mit chinesischer Unterstützung steht fest. Die serbische EFT Group plant den Bau eines Kohlekraftwerks in der Srpska und eines in Serbien. Windkraft: Ein britisches Unternehmen investierte 2009 eine Viertelmilliarde Euro in einen Windpark in Serbien. Die SPANISH WIND ALLIANCE investiert 2010 eine halbe Milliarde Euro in einen neuen Windpark. Auch serbische Unternehmen, wie etwa NOTOS, bauen Windparks. Die Stadt Belgrad arbeitet einen Windenergieplan für Belgrad aus. In Mozura, Montenegro, bauen Fersa & Celebic einen Windpark mit einer Leistung von 46 MW. Atomenergie: Das (selbstauferlegte) Moratorium gegen den Atomwerksbau aus dem Jahre 1989 könnte aufgehoben werden. Russland hat sich als Partner in Sachen Atomenergie angeboten. Mögliche Standorte für Atomkraftwerke wurden bereits in den 1980er Jahren festgelegt. Ausserdem gedenkt Serbien sich an neuen Atomkraftwerken in Bulgarien zu beteiligen. Biosprit, Biomasse: Hunderttausende von Tonnen Biosprit im Jahr werden in den serbischen Ländern produziert (z.B. durch die Unternehmen CSLM oder Victoria). Das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Die BEOGRADSKE ELEKTRANE (Elektrizität Belgrad) stellt ihre Ölfeuerungsanlagen auf Holzpellets um. Solar: Die Nutzung von Solarenergie wird erst seit kurzem vorangetrieben. Es handelt sich hierbei jedoch, aufgrund der vielen Sonnentage im Land, um eine potentiell wichtige Weise Strom zu erzeugen. Das erste Solarkraftwerk (mit 100 MW Leistung) wurde in der westserbischen Stadt Bor errichtet. Geothermie: Die Nutzung von Erdwärme wird ebenfalls seit neuerem vorangetrieben. Einige Projekte führt z.B. die RESERVOIR CAPITAL CORP. durch. Die Ausrüstung zur Nutzung von Erdwärme wird überwiegend importiert (z.B. REHAU). Wärmedämmung: Es gibt zahlreiche Unternehmen, welche Dämmaterial herstellen (allein die österreichische Austrotherm hat 4 Fabriken in Serbien). Fassadendämmung, und damit Energieeinsparung, ist zu einem Trend in Serbien, der Srpska und Montenegro geworden. Standortvorteile für die Energiewirtschaft Serbien, Montenegro und die Srpska erfüllen generell alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewirtschaft: - Erfahrene inländische Projektierungsfirmen, Ausrüster und Fachkräfte im Energetikbereich (z.B. Energoprojekt oder ABS) - Eine gesicherte Versorgung seitens Thermoelektrizitätswerken (durch heimische Braun-, Schwarz- und Steinkohlevorkommen) und bereits bestehende Wasserkraftwerke - Ein hohes Potential im Bereich Wasserkraft (viele Flüsse) und Windkraft (Ebene in der Vojvodina, mehrere Hochebenen im Landesinneren, montenegrinische Adriaküste) - Geplante Ölpipeline (PEOP Pipeline - Constanta-Bukarest-Belgrad-Zagreb-Rijeka-Triest - zum Transport von Kaukasusöl nach Westeuropa) und Gaspipelines (Gazprom-Pipeline “South Stream”: Bulgarien-Serbien-Ungarn-Österreich) - Bisher unerschlossene Öl- und Gasvorkommen im Land selbst (vor allem Vojvodina, Adriaküste und Kosovo) Chancen für Investoren, ausländische Unternehmen Für mittelständische Unternehmen aus Deutschland ergeben sich vor allem Chancen in der Zusammenarbeit im Bereich der alternativen Energien. Gemeinden in Serbien, Montenegro und der Srpska sind am Betrieb von Windmühlenparks (in einigen Gemeinden wird dies bereits umgesetzt - siehe Beispiel Pancevo), Kleinwasserkraftwerken und Solarkraftwerken interessiert. Das deutsche Unternehmen LOHER produziert in Serbien jährlich mehrere Tausend Statoren, Rotoren und Generatoren für Windenergie. Unternehmen EPS (staatliches Energieunternehmen) - http://www.eps.co.rs/ EFT Group (führender Strommakler in Südost - und Mittelosteuropa) - http://www.eft-group.net ENERGOPROJEKT (Bauunternehmen im Energiebereich) - http://www.energoprojekt.com/ ABS (Energie-Ausrüster) - http://www.abselectro.com/eng/ RUDNAP (Energie-Ausrüster, zweitgrößter Strommakler in Südosteuropa) - http://www.rudnap.rs/ AMCO (Hersteller von Windkraftanlagen) - http://www.amco.st SOLAR d.o.o. - http://www.solar.co.rs NOTOS (Windkraft) - http://notoscleanenergy.com/ BEOGRADSKE ELEKTRANE - http://www.beoelektrane.rs/eng/ |