Prähistorie Der Balkan wird von Archäologen häufig auch als Wiege des “Alten Europa” bezeichnet. Nicht zu unrecht: In keinem anderen Gebiet Europas sind so zahlreiche archäologische Fundstätten des Paläolithikums und Neolithikums zu finden. Laut aktuellem Stand der Archäologie befanden sich auf dem Gebiet des Balkans, insbesondere im heutigen Serbien, die ersten größeren menschlichen Siedlungen in Europa, die ältesten europäischen Kupferbergwerke und hier soll auch die Bronzezeit in Europa ihren Anfang genommen haben. Auch sind auf dem Gebiet des heutigen Serbien, neueren archäologischen Erkenntnissen zufolge, die ersten Schriftzeichen der Welt entstanden. >>>
Antike (Hellenismus und Rom) Hellenisch-makedonische und römische Kultur sind in der Antike in Südosteuropa vorherrschend. Das Gebiet des heutigen Serbien, Montenegro und der Srpska wurde von diesen Kulturen ebenfalls erfaßt. 18 römische Kaiser wurden hier geboren, darunter Konstantin der Große, der “Christenkaiser”. Hier wurde auch die Teilung des Reiches in West- und Ostrom beschlossen. >>>
Mittelalter 500-1000 n. Chr. (Byzanz) Im frühen Mittelalter ist das Gebiet des heutigen Serbien und Montenegros Teil des Oströmischen Reiches (Byzanz), während das Gebiet der heutigen Srpska zunächst zum weströmischen Reich, später aber zu Byzanz, gehörte. Der bedeutendste byzantinische Kaiser, Justinian I., wird im heutigen Serbien geboren. Die Zugehörigkeit zu Byzanz führte mitunter zur Übernahme und teilweisen Fortführung kultureller Werte und Errungenschaften aus der hellenischen und römischen Antike, aber auch zur völligen Ausbreitung des Christentums unter den Serben. >>>
Mittelalter 1000-1450 n. Chr. (Serbisches Reich) Im späten Mittelalter erhält Serbien eine kaiserliche “Verfassung”: den Dusanov Zakonik. Serbien erhält auch ein weiteres der komplexesten Gesetzeswerke des Mittelalters: den Nomokanon des Heiligen Sava. Seit der damaligen Zeit hat das serbische Volk auch eine unabhängige Volkskirche. >>>
1450-1800 (Osmanisch-Habsburgische Herrschaft) Ab dem 15. Jahrhundert wird das Siedlungsgebiet der Serben zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn aufgeteilt. Die Serben werden daher einerseits zu einem geteilten Volk, andererseits aber auch zum direktesten Vermittler zwischen Abendland und Morgenland. Zu dieser Zeit wird die serbische Sprache an verschiedenen Orten des serbischen Siedlungsgebietes in verschiedenen Schriften geschrieben - in lateinischer, kyrillischer oder gar arabischer Schrift.
1800-1945 (Königreich Serbien, Königreich Jugoslawien) Im Jahre 1804 wird der erste nationale Aufstand gegen die Osmanen organisiert. 1835 wird Serbien bereits zum autonomen Fürstentum, erhält ein Parlament, eine Verfassung und in der Zeit danach zahlreiche weitere nationalstaatliche Institutionen, wie etwa eine nationale Wissenschaftsakademie, ein Nationaltheater, eine Nationalbibliothek und ähnliches. Serbien wird, wenn auch erst 1878 international anerkannt, de-facto bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum modernen und demokratischen Nationalstaat mit bemerkenswerten Fortschritten in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur Der politisch-kulturelle Aufstieg Serbiens in der Periode 1804-1945 geht über die nationale Befreiung von den Osmanen weit hinaus - auch die Habsburger werden zurückgedrängt, und 1918 wird das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet, das ab 1929 den Namen Jugoslawien erhält und damals den in weiten Bereichen führenden Balkanstaat darstellt.
1945-1990 (Sozialistisches Jugoslawien) Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Jugoslawien als Sozialistische Föderative Republik eingerichtet. Selbstverwaltungswirtschaft, titoistisches Nationbuilding und staatlich gesteuerte Industrie- und Standortpolitik sind die Folge. Dies führt teilweise zu einer Ausweitung der sozialen Gerechtigkeit innerhalb der jugoslawischen Gesellschaft. Im Rahmen der Blockfreienbewegung gewinnt Jugoslawien an weltpolitscher Bedeutung und bildet eine wichtige politische (teilweise aber auch ökonomische) Zwischenfunktion zwischen dem Westen, dem Ostem und dem Süden der Welt. Andererseits führt der Titoismus aber auch zu einem teilweisen Niedergang der serbischen nationalen Identität, Territorialität, Kultur und in einigen Bereichen auch der serbischen Wirtschaft (siehe am Beispiel der serbischen Flugzeugindustrie). Mehr zur SFR Jugoslawien >>>
1991-2002 (Zerfall Jugoslawiens)
Die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien, schlittert in der Zeit nach Titos Tod (1980) und der Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes (1989/90) allmählich in das absolute Chaos. 1991 bricht der Bürgerkrieg aus, das Land zerfällt und hört zu Anfang des 21. Jahrhunderts (2002) letztendlich auch namentlich auf zu existieren. >>>
21. Jahrhundert (Republik Serbien, Republik Srpska, Republik Montenegro) Zu Anfang des 21. Jahrhunderts beginnt Serbien wieder an seine demokratische Tradition des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und an gesellschaftliche Leistungen aus der vorkommunistischen Zeit anzuknüpfen. Parlamentarische Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Bürgerrechte - wie persönliches Eigentum oder Gewissensfreiheit; aber auch die Christliche Orthodoxie und Volkstraditionen erleben einen neuen Aufschwung. Viele neue Probleme/Herausforderungen/Chancen eröffnen sich für das serbische Volk: >>>